Die Kontra-Altistin Jiansheng Yang setzt sich mit ihrer Musik seit
Jahren für die Menschenrechte in China ein. Mit musikalischen Beiträgen
unterstützt sie Konzerte und kulturelle Veranstaltungen für
Menschenrechte in Europa und Amerika.
Folgend ein Artikel über Jiansheng Yang aus der „Neuen Epoche“: 'Von
der Landarbeit in China auf die Opernbühne - Nach Maos Kulturrevolution
gelang eine Gesangskarriere'
Von der Landarbeit in China auf die Opernbühne
Nach Maos Kulturrevolution gelang eine Gesangskarriere Jörg Wenzel, Die Neue Epoche, 06.02.2007
Die Kontra-Altistin Jiansheng Yang wurde in der malerischen ehemaligen
Kaiserstadt Hangzhou 150km südlich von Shanghai in einer
Künstlerfamilie geboren. Doch Künstler zählten nicht viel in der Zeit
Mao Tse Tungs. So musste auch Jiansheng Yang im Rahmen der
Kulturrevolution - wie die meisten jungen Leute damals - mehrer Jahre
auf dem Land im Nordosten Chinas arbeiten. Dort war sie zuerst zur
Feldarbeit eingeteilt. Später arbeitete sie als Dreherin.
Eine ungewöhnlich tiefe Stimme
Mitte der 70er Jahre war sie auf Urlaub in ihrer Heimatstadt und begann
sich mit Gesang zu beschäftigen. Zunächst meinte ihr Lehrer, dass sie
nicht singen könnte. Dann fand er Lieder, die ihrer ungewöhnlich tiefen
Stimmlage entsprachen. Doch für ein gemeinsames Üben war es schon zu
spät, da der Heimaturlaub zu Ende ging. So führte Jiansheng Yang ihre
Gesangsübungen im fernen Nordosten durch. Da es dort im Sommer bereits
vor 3 Uhr hell wurde machte sie sich vor ihrem Arbeitsbeginn als
Dreherin immer früh auf den Weg zu einem nahe gelegenen Berg. Die
Bauern, die zu dieser Zeit bereits auf dem Feld arbeiteten und nichts
von den Übungen wussten, glaubten aufgrund der unterschiedlichen
Stimmlagen, dass dort ein Mann und eine Frau zusammen ihre
Gesangsübungen machten.
Nach Peking in die Gesangsklasse
Bei ihrem nächsten Heimaturlaub war ihr erster Gesangslehrer von Frau
Yangs Fortschritten begeistert. Nach dem Einüben einiger Lieder empfahl
er sie an Herrn Xiang Shen, dem derzeit bekanntesten Musiker und
Musik-Pädagogen Chinas, der zudem als Juror in bedeutenden
Gesangswettbewerben, wie dem weltbekannten Callas-Wettbewerb, tätig
war. Dieser nahm sie als seine Schülerin an. Durch seine Empfehlung
wurde sie 1977 ohne Prüfung von der zentralen Musikhochschule Peking in
die Gesangsklasse aufgenommen und machte dort nach drei Jahren ihr
Konzertdiplom für Gesang. Sofort danach wurde sie als Solistin und
Chorsängerin in der Zentralen Philharmonie, Peking, der Volksrepublik
China eingestellt. 1983 nahm der weltberühmte Bariton Gino Becki Frau
Yang in seine Meisterklasse auf. 1985 erfolgte ihre Ernennung zum
außerordentlichen Professor für Darstellende Kunst. In den folgenden
zwei Jahren absolvierte sie die Opernklasse mit Abschlußdiplom und
besuchte die Opernmeisterklasse von Prof. Nicola Rossi-Lemeni in
Peking. 1988 gehörte sie zu den Preisträgern des Nationalen
Sängerwettbewerbs des Chinesischen Fernsehens. Für John Alldis sang sie
u.a. Solomon und das Alt-Solo aus Händels Oratorium „Der Messias“: 1994
kam Jiansheng Yang auf Einladung des damaligen Intendanten der
Hamburger Staatsoper Peter Ruzicka nach Deutschland und ist hier
seither freiberuflich als Solosängerin tätig.
Jedes Jahr bei der Globalen Gala
Ihre künstlerischen Schwerpunkte haben sich von der westlichen Oper auf
die traditionelle chinesische Musik verlagert. In diesem Zusammenhang
komponiert sie auch. Sie trat auf verschiedenen Liederabenden und
Wohltätigkeitsveranstaltungen in Genf, Washington, Toronto und
Stockholm auf. Seit 2004 singt sie jedes Jahr bei der Globalen Gala zum
Chinesischen Neujahr.
http://www.dieneueepoche.com/articles/2007/02/06/86835.html
 | | Yang Jiansheng - IGFM Konzert, Rotes Rathaus Berlin 2003 |
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